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Warum Bitcoin und Gold weiter steigen werden

Nichts stoppt die wundersame Geldvermehrung im Fiat-System

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Juli 05, 2026
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Liebe Abonnenten,

Das vergangene Halbjahr war nicht das beste für alle diejenigen, die in „hard assets“, also Gold und Bitcoin (aber auch Immobilien) investierten. Gold hatte im Januar dieses Jahres ein Alltime-High bei 5.500$ erreicht. Danach ging es steil abwärts - auf knapp 4.000$ aktuell.

Noch mehr mussten Bitcoin-Investoren leiden. Das härteste Geld der Welt fiel von 125.000$ im vergangenen Oktober auf knapp 60.000$ aktuell. Wer BlingBling regelmäßig liest, weiß, dass ich zu großen Teilen in Gold und Bitcoin investiere. Und auch wenn ich den Rückgang beider Assets nicht besonders erfreulich finde, plane ich nicht, an der Allokation irgendetwas zu ändern. Warum?

Ein Blick auf das Konzept der Leitwährung hilft das zu verstehen.

Was ist eine Leitwährung: Es ist die Währung, in der die Welt ihre Geschäfte macht. Sie wird von Zentralbanken als Reserve gehalten, von Unternehmen für Handel genutzt und an Finanzmärkten als sicherer Hafen akzeptiert. Wer Öl, Gold, Kupfer oder viele internationale Kredite anschaut, der stellt fest: Alles wird immer in US-Dollar beziffert und auch darin gehandelt.

Der Dollar ist seit Bretton Woods 1944 die zentrale Leitwährung. Damals wurde das Weltwährungssystem nach dem Zweiten Weltkrieg neu geordnet. Bis dahin war das Britische Pfund die globale Leitwährung.

Andere Währungen wurden damals an den Dollar gekoppelt, der Dollar wiederum war zu 35 Dollar je Unze in Gold konvertierbar. Das war am Ende auch ein Goldstandard. Denn die USA konnten eigentlich nur so viel Dollar in Umlauf bringen, wie sie Goldreserven hatten. Jetzt gab es ein Problem: Der Vietnamkrieg war sehr teuer und die USA brauchten immer mehr Gold. Das Gold floss aber ab, weil andere Staaten einfach mehr produzierten. Darunter auch Deutschland. Und das ist der Grund, weshalb Deutschland noch immer die zweitgrößten Goldreserven der Welt verfügt. Das kommt aus dieser Zeit.

Richard Nixon bediente sich dann eines Tricks.

1971 beendeten die USA diese Goldbindung. Eigentlich war das das Eingeständnis der Zahlungsunfähigkeit, eine Art Staatsbankrott. Der Dollar blieb trotzdem Leitwährung, weil die USA den größten und liquidesten Kapitalmarkt, tiefe Anleihemärkte, militärische Macht und globale politische Bedeutung hatten. Außerdem ersetzten die USA das durch den Petrodollar. Weil die erdölproduzierenden Staaten, damals vor allem Saudi-Arabien, sich verpflichteten, ihr Öl in US-Dollar abzurechen, blieb der US-Dollar Leitwährung.

Für die USA ist das ein Privileg. Sie können sich günstiger verschulden, weil die Welt ständig Dollar und US-Staatsanleihen braucht. Sie können in ihrer eigenen Währung importieren, Schulden aufnehmen und Liquidität bereitstellen. Das ist das berühmte „exorbitante Privileg“.

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US government debt relative to GDP is back to 1940s levels, and interest payments are a particular burden, per FT:
3:01 PM · Jul 3, 2026 · 156K Aufrufe

84 Antworten · 147 Reposts · 620 Likes

Aber es hat auch Nachteile. Weil die Welt Dollar braucht, bleibt die Nachfrage nach Dollar strukturell hoch. Das kann die US-Währung stark machen und die amerikanische Industrie belasten. Außerdem müssen die USA der Welt genug sichere Dollar-Anlagen liefern. Das begünstigt Defizite und hohe Staatsverschuldung. Genau daraus entsteht das Triffin-Dilemma: Die Leitwährungsnation muss der Welt Liquidität geben, untergräbt damit aber langfristig das Vertrauen in die eigene Währung. Das ist übrigens genau der Punkt, auf dem Donald Trump seinen Wahlkampf begründete:

Jetzt müsse Schluss sein mit der Abwanderung der Industrie nach China. Und aktuell versucht man mit Gewalt das eigentlich Unmögliche: Der Dollar soll Leitwährung bleiben, und trotzdem soll die Welt wieder in den USA produzieren - obwohl es teurer ist. Das ist jetzt natürlich stark vereinfacht - aber es hilft, dieses Konzept einmal grundlegend zu verstehen: Wer die Leitwährung hat, kann sich günstig verschulden, aber die Währung wird auch teuer - und das ist schlecht für exportierende Industrie. Langfristig schwächt ein Land mit der Leitwährung auch seine Produktion.

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Historisch ist der Dollar kein Sonderfall. Leitwährungen wechseln, aber langsam. Im 16. bis 18. Jahrhundert war der spanische Silberdollar eine Art Weltgeld. Im 17. und 18. Jahrhundert spielte der niederländische Gulden eine große Rolle, getragen von Handel, Amsterdam und der Finanzmacht der Niederlande. Im 19. Jahrhundert übernahm das britische Pfund. London war das Finanzzentrum der Welt, Großbritannien die führende Handels- und Seemacht. Der Pfund-Status hielt grob bis zum Ersten Weltkrieg, danach begann der Übergang zum Dollar. In den 1920ern standen Pfund und Dollar noch nebeneinander. Nach 1945 war der Dollar klar dominant. Man kann das noch weiter bis in die Antike zurückverfolgen.

Venedig, Byzanz, das alte Rom: Die größte militärische Macht hatte auch die Leitwährung - aber weil jeder das Geld haben wollte, floss es ab - was dann die Herrscher dazu veranlasste, die Währung zu entwerten. Vor dem Papiergeld macht man das, indem man den Goldgehalt der Münzen einfach immer weiter verringerte.

Die Lehre: Eine Leitwährung hält meist nicht 20 Jahre, sondern eher viele Jahrzehnte bis Jahrhunderte. Aber sie verschwindet nicht über Nacht. Erst verliert das Land wirtschaftliche Dominanz, dann Finanzkraft, dann Vertrauen. Am Ende wechseln Handelsströme, Reserven und Kapitalmärkte.

Heute ist der Dollar immer noch dominant: Laut IMF lag sein Anteil an den weltweiten Währungsreserven Ende 2025 bei rund 57 Prozent. Das ist weniger als früher, aber immer noch weit vor Euro, Yen, Pfund oder Renminbi.

Und gerade vor Trump hat sich eben ein Wechsel abgezeichnet: China wurde immer mächtiger und bezahlt sein Öl mittlerweile auch immer öfter in Renminbi. Man kann auch die geopolitischen Ereignisse der vergangenen Jahre so lesen: Die Angriffe auf Venezuela und den Iran dienten auch dazu, dass diese Länder ihr Öl wieder in US-Dollar abrechnen und nicht in chinesischen Renminbi.

All das ist aber am Ende nur eine Gegenbewegung im größeren Trend. Wie die Investorin Lyn Alden nie müde wird zu betonen: Nothing Stops this Train. Auch der aktuellen US-Administration wird es nicht gelingen, die ständige Entwertung des US-Dollars - und damit aller anderen Währungen - zu stoppen. Im Gegenteil: Die Verschuldung der USA nimmt zu, ebenso wie das Militärbudget. Der Staat gibt mehr Geld aus, und zwar, indem er es schafft. Fiat, es werde. Bitcoin und Gold sind am Ende nichts anderes als die Wasserstandsmeldung dieser ständigen Geldvermehrung.

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BREAKING: US M2 money supply surged +$247.8 billion in May, to a record $23.1 trillion. This marks the largest monthly increase since May 2021. Year-to-date, M2 has soared +$698.6 billion, the largest January to May increase in 5 years. Money supply now stands $1.3 trillion
10:11 PM · Jun 30, 2026 · 253K Aufrufe

187 Antworten · 384 Reposts · 1.87K Likes

Ich weiß nicht, wann der sogenannte Debasement-Trade wieder an Fahrt aufnimmt. Aktuell sehen wir eine Gegenbewegung: Alle Hoffnungen liegen auf Künstlicher Intelligenz und die damit entstehenden Produktivitätsgewinne. Steigt die Warenmenge schneller als die Geldmenge, ist die Inflation kein Problem mehr - Aktien sind dann attraktiver als hard assets. Das dürfte aber nur eine kleine Unterbrechung des langfristigen Trends sein.

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